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Jetzt wird’s bunt!

Jeden Frühling verwandelt sich das Rhododendrontal in einen magischen Märchengarten. Schon seit einiger Zeit sind die ersten Blüten zu sehen. Und jetzt wird es richtig bunt! Tag für Tag öffnen mehr Azaleen ihre Knospen und bringen das Rhododendrontal mit schrillen Farben zum Leuchten. Sie werden in den nächsten Tagen von den Rhododendren mit oftmals grösseren Blüten ergänzt.

Im Rhododendrontal kultivieren wir vielfältige Pflanzen aus der Gattung Rhododendren mit besonderen Eigenschaften – etwa mit ungewöhnlichem Laub, überraschenden Duft oder einer sehr frühen oder späten Blütezeit. Im Gegensatz zu den gängigen Sorten in Gärtnereien, die meist stark züchterisch bearbeitet wurden, zeigt sich hier ein breiteres Bild der Gattung – mit vielen botanischen Arten in ihrer ursprünglichen Form, also so, wie sie in ihrer Heimat in den Gebirgen Asiens, Amerika und Europa vorkommen.

Besonders schön blüht jetzt ein auffällig blaues Exemplar, eine Hybride, die aus dem Purpurblauen Rhododendron (R. russatum) gezüchtet wurde. Direkt am Eingang beeindruckt die Sorte ‘Taurus’ mit grossen Blüten in intensivem Rot. Dieser Rhododendron wurde uns als kniehoher Strauch von einer Privatperson geschenkt und scheint den geschützten Standort zu mögen, denn inzwischen ist er mehrere Meter hoch. Und direkt ausserhalb zieht die Gelbe oder Pontische Azalee alle Blicke auf sich. Sie in Ost- und Südeuropa verbreitet und bekannt dafür, dass ihr Pollen giftig ist und in grossen Mengen im Honig Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit oder Halluzinationen hervorrufen kann.

Die Unterpflanzung mit Farnen und schattenliebende Stauden macht das Rhododendrontal auch ausserhalb der Rhododendron-Blütezeit sehenswert. Zu erwähnen sind jetzt der Fünfblättrige Zahnwurz (Dentaria pentaphyllos) mit violetten Blüten, verschiedene Cardamine- und Trillium-Arten und die zarten Austriebe der Hosta – übrigens der Grund, warum wir Sie bitten, auf den Wegen zu bleiben.

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APRIL

Was blüht?

Es grünt und blüht! Narzissen, verschiedene Fritillarien und andere Frühlingsblüher, sowie viele blühende Gehölze (z.B. Amelanchier lamarckii, Pyrus salicifolia), sind in den ganzen Gärten zu finden. Auch die ersten Rhodododendren blühen. Um Ostern herum sollten Sie im Rhododendrontal ein schönes Azaleen-Blütenmeer antreffen.

Folgende Ecken legen wir Ihnen besonders ans Herz:

  • In der Clematis-Sammlung blühen momentan die weisse Clematis armandii, sowie deren rosa Sorte ‘Apple Blossom’. Verschiedene Clematis der Montana- und Atragene-Gruppe stehen in den Startlöchern und könnten in den nächsten Tagen erblühen.
  • Die Iris nehmen es gemütlich. Lediglich Iris tuberosa und Iris lazica blühen bereits, sowie eine einzelne niedere Bartiris (Iris ‘Knick-Knack’). Sofern es nicht noch einmal eine längere Kältephase gibt, erwarten wir aber, dass an Ostern viele der Zwergiris (MDB und SDB Gruppe) ihre bunten Farben präsentieren. Die hohen und mittleren Bartiris im Feld brauchen noch etwas Zeit. Wir gehen davon aus, dass die Hauptblüte wie in den Vorjahren Mitte Mai beginnt.
  • Falls Sie durch den Nordgarten spazieren, wählen Sie unbedingt den kleinen Weg über den Eichenhügel vor den Gewächshäusern. Bleiben sie zwischen den vielen immergrünen Gehölzen stehen und nehmen sie einen tiefen Atemzug. Die letzten Blüten der Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii), sowie die gerade aufblühenden Duftblüten (Osmanthus x burkwoodii) erfreuen die Nase mindestens im selben Masse wie das Auge.
  • Ein weiteres Blüh- und Dufterlebnis bietet sich vor dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Hier erblühen gerade die Orangenblumen (Choisya dewitteana ‘White Dazzler’).
  • Bei der Villa Merian gibt es einige Sorten des Busch-Windröschens (Anemone nemorosa) und wer genau hinschaut, entdeckt die gelblichgrünen Blüten des Hundszahns (Erythronium 'Pagoda').

Natürlich gibt es noch viel mehr Zauberhaftes zu entdecken, aber das würde den Platz auf dieser Seite definitiv sprengen. Entdecken Sie selbst Ihre Highlights und teilen Sie Ihre Fotos auf Instagram mit dem Tag @merian.gaerten und #meriangärten!

Clematis armandii blüht schon, andere gehen bald auf
Clematis armandii blüht schon, andere gehen bald auf
An der Ostertagen wird es bunt im Rhododendrontal
An der Ostertagen wird es bunt im Rhododendrontal
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Einblick in unsere Anzucht

Zurzeit herrscht Hochbetrieb in den Gewächshäusern. Denn jetzt ist die grosse Zeit der Anzucht. In den Anzuchtschalen wachsen Paprika ‘Purple Beauty’ und ‘California Wonder’, Löwenmäulchen, Goldstreifen-Schwertlilien, Zedernsalbei, Istrien-Birkwurz oder Bunter Aronstab.

Neben Pro-Specie-Rara-Gemüse für unseren Bauerngarten gehören auch einjährige Sommerblumen dazu. Oder Salbei für das grosse Sortiment beim Brüglingerhof; viele Arten sind nicht winterhart und müssen jedes Jahr neu ausgepflanzt werden. Auch Pflanzen, die aus dem Tausch mit anderen botanischen Gärten stammen, ziehen wir aus den Samen heran, die wir per Post aus aller Welt zugeschickt bekommen haben.

Grosse Vielfalt

Man merkt es schon: anders als in einer normalen Gärtnerei, die auf Masse setzt, produzieren wir nichts in grösseren Mengen. Unser Gärtnerteam zieht sehr viele verschiedene Pflanzen an, aber von jeder nur wenige Exemplare. Dafür ist ein grosses Wissen notwendig! Unsere Spezialist:innen ziehen auch Raritäten und Besonderheiten an, etwa panaschierte Monstera für unsere Kübelpflanzenwelt oder die Sukkulente Senecio articulatus. 

Dies ist auch das, was Gärtnerin Iris Wyser fasziniert. Sie ist verantwortlich für die gesamte Anzucht. Besonders gerne probiert sie aus, beobachtet und testet. «Mit Misserfolgen muss man rechnen» sagt sie. Aber das kommt zum Glück selten vor, denn die technischen Möglichkeiten im Gewächshaus helfen den Pflänzchen.

Mit Bodenheizung

Unsere Pflanzen lassen sich durch Samen und durch Stecklinge – also abgeschnittene Pflanzenteile, die Wurzeln schlagen - vermehren. Samen werden zunächste in kleine Anzuchtkästen, vergleichbar mit Mini-Gewächshäusern innerhalb der grossen Gewächshäuser, gesät. Hier lässt sich die Temperatur über die eingebaute Bodenheizung besonders gut steuern, denn die Keimphase ist besonders heikel. Sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, kommen die Pflanzen ins luftigere Warmhaus.  Wenn sie genügend Blätter haben, werden sie pikiert, also in kleine Töpfe oder Platten umgesetzt. Stecklinge werden oft von Anfang an einzeln gesetzt. Hat sich ein kräftiger Wurzelballen entwickelt, wird die Jungpflanze schliesslich ausgepflanzt.

Es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt für jeden Schritt zu kennen und genau zu beobachten, wie sich die Pflänzchen entwickeln. Hier zahlt sich die Erfahrung aus – und das grosse Wissen über all die verschiedenen Pflanzen. Iris Wyser und das Gärtnerteam der Merian Gärten ziehen jedes Jahr über 10'000 Jungpflanzen an – von Hunderten, wenn nicht Tausenden von Arten und Sorten.

Wer mehr erfahren möchte:

Montagsführung: Erstaunliche Welt unter Glas

7. April 2025, 18 - 19 Uhr
Start beim Treffpunkt Neue Scheune

Im Gewächshaus wachsen jährlich Tausende Setzlinge heran - das erfordert Fachwissen und Fingerspitzengefühl. Wir führen durch unsere Produktion und zeigen, was man sonst nicht zu sehen bekommt. Mit Gärtnerin Iris Wyser

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Pflanze des Monats

Palisaden-Wolfsmilch
Euphorbia characias ssp. wulfenii

Wer sich in der Nordwestschweiz nach mediterraner Stimmung sehnt, braucht die Palisaden-Wolfsmilch. Sie kommt im gesamten nördlichen Mittelmeergebiet vor. Ihre graugrünen, säulenartigen Triebe alleine wirken schon sehr beeindruckend. Öffnen sich dann im Frühling die grünlichgelben Blütenstände, gibt es kein Halten mehr: «Will haben. Muss kaufen. Subito!»

Hat man sie endlich ergattert, stellt sich die Frage nach dem Wohin. Das Gewächs braucht Sonne, Wärme, durchlässigen Boden und etwa einen Quadratmeter Platz, um seine Schönheit zu entfalten, sie verträgt grosse Trockenheit und Hitze. Am passenden Standort entwickelt sich diese prächtige Pflanze fast von selbst. Die einzige Pflege besteht im Rückschnitt der alten Triebe direkt nach der Blüte. Der Milchsaft ist stark hautreizend, er darf vor allem nicht in die Augen gelangen, deshalb empfehlen sich lange Ärmel, Handschuhe und eine Schutzbrille. Lässt man gelegentlich einen abgeblühten Stängel stehen, tauchen die Nachkommen an unerwarteten Orten auf, da die Samen von Ameisen verteilt werden.

Vor fast zweitausend Jahren schrieb Plinius der Ältere in seiner ‘Naturgeschichte’, der Milchsaft dieser Wolfsmilch eigne sich als Geheimtinte: Das Geschriebene wird erst durch Erhitzen sichtbar. Doch bevor Sie jetzt Ihre Pflanze anzapfen: Geheimschrift geht auch mit ungiftigem Zitronensaft.

Standort: Eichenhügel, Nordgarten

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Pflanze des Monats

Perlschweif
Stachyurus praecox

Zuerst die schlechte Eigenschaft: Nach starkem Frost sind die bereits offenen Blüten hinüber. Das wars aber auch schon, der Rest ist Freude: Blüten, Wuchs, Herbstfärbung und Anspruchslosigkeit sind Gründe genug, diesen selten gepflanzten Strauch in den Garten zu holen. 
Der aus Japan stammende Perlschweif ist ideal für faule Gärtner. Schnitt? Am besten erstmal gar nicht. Nach einigen Jahren kann man die ältesten Triebe an der Basis entfernen, um den Strauch etwas aufzulockern, aber es geht auch ohne. Bei Hitze und Trockenheit sollte man ihn in den ersten ein, zwei Jahren gelegentlich giessen, danach nur noch bei langer Trockenheit.
Die hängenden Ähren passen mit ihren zartgelben Blütchen wunderbar zum Vorfrühling. Man könnte ein Meer von Schneeglöckchen darunter pflanzen, blaue Krokusse, Blausternchen… oder gleich alles zusammen! Während des Sommers ist der Perlschweif einfach nur ein gut gewachsener, eher unauffälliger Strauch. Im Herbst rafft er sich nochmals auf und erfreut uns mit rötlicher Herbstfärbung. Seine grössten Fans sind Hummeln und Bienen, welche im Vorfrühling auf jede Futterquelle angewiesen sind und sich unübersehbar über die frühe Blütenfülle freuen.

Standort: Beim erhöhten Sitzplatz neben der Villa.

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Neuer Standort für die Schneeglöckchen-Sammlung

Unsere Schneeglöckchen-Sammlung bekommt ein neues Zuhause, nur wenige Schritte von ihrem jetzigen Standort entfernt. Unter den Bäumen des «Waldhains» ist es schattiger und kühler, das passt ihnen besser. An ihrem bisherigen Standort hatten sie immer wieder mit Hitze und Trockenheit zu kämpfen.

Die neuen Beete sind bereits angelegt. Sie wurden mit einer Stahleinfassung versehen und mit frischem Substrat gefüllt, das genau auf die Bedürfnisse der Schneeglöckchen abgestimmt ist.  Sobald die Schneeglöckchen Ende März ihre Blätter eingezogen haben, werden wir sie mitsamt ihren Begleitpflanzen umsetzen. Schon jetzt gibt es kahle Stellen im alten Beet Standort, denn einige  Stauden haben wir bereits im Herbst ausgegraben, vermehrt und in Töpfen überwintert.

Die «alten» Schneeglöckchenbeete werden ab Spätsommer unsere Helleborus-Sammlung beherbergen, die bisher (etwas versteckt) in den Beeten vor der Villa Merian stand. Die Fuchsien, die bisher im Sommer im Waldhain ausgestellt waren, haben ihren neuen Standort vor der Villa Merian.

Schneeglöckchen-Sammlung
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Pflanze des Monats

Henrys Schneeball
Viburnum henryi

Was für ein Leben! Augustin Henry (1857-1930) lernte nach seinem Medizinstudium Chinesisch, um als Vierundzwanzigjähriger in China eine Arbeitsstelle in der Zollbehörde anzunehmen. Neben seiner eher trockenen Verwaltungstätigkeit erforschte er chinesische Medizinalpflanzen. In der Freizeit betätigte er sich als Pflanzensammler und schickte dabei über 15000 verschiedene Pflanzenpräparate und Samen nach England, darunter etwa fünfhundert neu entdeckte Arten. Nach seiner Rückkehr nach Europa studierte er Forstwirtschaft in Nancy. Zusammen mit einem Freund schrieb er ein Buch über englische und irische Bäume und beschloss seine Laufbahn als Professor für Forstbotanik in Irland.

Nach Augustine Henry wurden mehrere Pflanzenarten benannt, welche man noch heute in den Gärten findet, darunter so bekannte Gewächse wie Henrys Geissblatt, Henrys Jungfernrebe, Augustines Rhododendron oder Henrys Lilie.

Henrys Schneeball hingegen sieht man viel seltener, dabei ist er mit seinem immergrünen Blattwerk eine gute Alternative zu Kirschlorbeer und anderen Allerweltspflanzen. Er erfreut mit weissen Blüten im Mai, rötlichem Blattaustrieb, rot-schwarzem Beerenschmuck, glänzendem Laub und seiner Robustheit. Was will man mehr?

Standort: Eichenhügel, Nordgarten

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Pflanze des Monats

Himmelsbambus
Nandina domestica

Duftende weisse Blüten im Sommer und rote Beeren im Herbst werden noch übertroffen von der Laubfärbung des Himmelsbambus: Sein Austrieb ist leuchtend rot, wechselt aber bald zu grün. Im Herbst bekommt das Laub eine attraktive Winterfärbung und fällt nicht ab. Zudem wird dieser hübsche Strauch nur etwa mannshoch und wäre die ideale Pflanze für viele Gärten.

Wäre, denn er hat durchaus ein paar unschöne Eigenschaften. Er gilt in milden Gegenden als winterhart. Ist er aber erfolgreich ausgepflanzt, bildet er mit der Zeit hartnäckige Wurzelausläufer. Die Beeren sind giftig, auch für einige Vogelarten. In den südlichen USA gilt die Pflanze inzwischen als invasiv und wird mühsam bekämpft. Hier ist sie aber unproblematisch. Noch.

Mit Bambus hat der Himmelsbambus nichts zu tun, der Name bezieht sich nur auf die entfernte Ähnlichkeit der Triebe. Das Gewächs ist verwandt mit Berberitzen, Elfenblumen und Mahonien. Kultiviert man den Himmelsbambus im Kübel, stellen die Ausläufer kein Problem dar. In milden Wintern kann diese schöne Pflanze draussen bleiben und verschönert die trübe Zeit.

Standort: Am Eingang des Pächterhauses

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Pflanze des Monats

Echter Lorbeer
Laurus nobilis

Lorbeerblätter finden sich in den meisten Küchen, sie passen zu fast allem: Risotto, Eintöpfe, Suppen und andere Gerichte bekommen durch sie das gewisse Etwas. Das aus den Früchten gewonnene Öl wird zu Seife und Salben verarbeitet.

Den Lorbeerstrauch sieht man nur selten in unseren Breiten, da er hier nur an sehr geschützten Stellen die Winter übersteht. Unser Prachtexemplar steht am Gewächshaus, welches immer eine gewisse Wärme abstrahlt. Am Mittelmeer bildet er mit ähnlichen Arten die immergrünen Lorbeerwälder, welche dort ganze Landschaften prägen.

Die altgriechische Bezeichnung für Lorbeer war Daphne. Dahinter steckt eine perfide Geschichte um gekränkte Eitelkeit, Rachsucht und Frauenverachtung. Apoll, einer der olympischen Götter, verspottete die schlechte Treffsicherheit des Liebesgottes Eros. Dieser sorgte aus Rache dafür, dass Apollo sich spontan und unsterblich in die Nymphe Daphne verliebte, diese aber von Apoll nichts wissen wollte. Anstatt das zu akzeptieren, versuchte der Gott, sie zu entführen. In höchster Not flehte Daphne ihren Vater, einen Flussgott, an, ihre reizende Gestalt zu ändern, damit sie in Ruhe gelassen werde. Ihm fiel dazu nichts Besseres ein, als sie in einen Baum zu verwandeln. Apoll hingegen freute sich weiterhin seines Lebens, trug aber seither einen Lorbeerkranz. So viel zum Thema ‘Gute alte Zeit’!

Standort: Am Gewächshaus in Vorder Brüglingen

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Pflanze des Monats

Rosa Haargras
Muhlenbergia capillaris

Die Flexibilität der englischen Sprache ist immer wieder verblüffend. Anstatt sich mit unaussprechlichen Namen wie ‘Muhlenbergia capillaris’ die Zunge zu verrenken, heisst es in Amerika kurz und knackig ‘Pink Muhly Grass’. Benannt wurde dieses Gras nach dem amerikanischen Pastor und Amateurbotaniker Gotthilf Muhlenberg (1753 – 1815), der sich wahrscheinlich leicht gewundert hätte ob der Wandlung seines Namens.

Ganz im Gegensatz zu seiner sperrigen botanischen Bezeichnung ist das Rosa Haargras ein zartes Gewächs, zurückhaltend und zaghaft. Es benötigt mehrere Jahre, um sich zu entfalten. Und das auch nur auf durchlässigen, warmen Böden in voller Sonne und in langen Sommern. In kalten Gegenden kommt es leider nicht zur Blüte, und schweren Boden verträgt es nicht. Während des Sommers sitzt es einfach nur so da, produziert einen Schopf aus filigranem Laub und macht ansonsten nicht viel her zwischen den anderen Pflanzen im Garten.

Aber dann, so ab Mitte Oktober, beginnt es zu blühen: Wie rosa Wölkchen scheinen die Rispen über dem Gras zu schweben. Wenn dazu noch die tiefstehende Sonne für Gegenlicht sorgt, wird es vollends psychedelisch. La vie en rose!

Standort: Im "Farbhügel" neben dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen