Farbenfroher Herbst

Die sonnigen Oktobertage lassen die Bäume in allen Farben aufleuchten: Der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) , der Papiermaulbeerbaum (Broussonetia papyrifera) und die Baumbestände im Englischen Garten präsentieren sich von ihrer schönsten Seite.

Besonderes gibt es jetzt bei den Schmetterlingsblütlern (Fabaceen) zu sehen, denn die Früchte dieser Pflanzen sind oft sehr aussergewöhnlich. Beim Blasenstrauch (Colutea orientalis) sind die Samenhülsen aufgebläht oder beim Zeckenklee (Desmodium canadensis) klebrig und haften wie Kletten. Der Skorpionsschwanz (Scorpiurus muricatus) wurde sogar extra wegen der Fruchtform gesät: Die Hülsen sind schmal und verdreht und sehen aus wie eine zusammengerollte Raupe.

Auf dem Farbhügel beim Pächterhaus in Vorder Brüglingen blühen die Astern immer noch in traumhafter Fülle. Auch die Fuchsien geben noch einmal alles: Zwar wandern einige Kübel bereits ins Winterquartier, aber die winterharte Sorten (Fuchsia magellanica) blühen noch so schön wie selten. In der Clematissammlung leuchten nicht nur die letzten Blüten (C. akebioides, C. ternifolia, C. viorna, und andere) sondern auch die Hagebutten der Rosen (Rosa spp.) und tiefblau der Eisenhut (Aconitum carmichaelii).

Obwohl Lavendel und Salbei bereits verblüht sind, ist der Silberhang zurzeit wunderschön mit den winzigen Blüten der Bergminze (Calamintha-Arten) übersät; dazwischen verstecken sich Herbstkrokusse (Crocus speciosus).

Blasenstrauch (Colutea orientalis)
Blasenstrauch (Colutea orientalis)
Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua)
Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua)
Eisenhut (Aconitum carmichaelii)
Eisenhut (Aconitum carmichaelii)
Bergminze (Calamintha)
Bergminze (Calamintha)
Farbhügel mit Astern
Farbhügel mit Astern

Pflanze des Monats

Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica 'Rubra')

Zum Spätsommer hin leuchtet das Blutgras in feurigem Rot. Schwachwüchsig ist es, bescheiden und nicht sehr winterhart; ein harmloses Pflänzchen, so scheint es. Man sieht es ihm nicht an, dass es zu den weltweit schädlichsten invasiven Arten gehört. Seine natürliche Verbreitung liegt in Ostafrika, Indien und Südostasien. In den USA wurde es früher als Viehfutter und zur Bodenstabilisierung angepflanzt. Doch mit der Futteridee ging es ziemlich schnell bachab: Der englische Name 'swordgrass' bezieht sich auf die harten Blattkanten, welche Rindermäuler verletzen können. Nur die frisch austreibenden Halme werden gefressen, haben aber nur wenig Nährstoffe.

Ein noch grösserer Reinfall war der Erosionsschutz. Dieser funktionierte dank der kräftigen Rhizome, welche ein dichtes Geflecht bilden, recht gut. Doch dadurch und durch seine allelopathische Wirkung (eine Art chemische Kriegsführung im Pflanzenreich) verdrängt das Blutgras andere Pflanzen. In den USA hat es inzwischen mehrere tausend Hektar überwuchert und verändert die Feuerökologie. In vielen Bundesstaaten ist es verboten und wird bekämpft. Auch auf anderen Kontinenten macht es Probleme: In Teilen Afrikas gilt es als das schlimmste Ackerunkraut, in Südostasien behindert es Wiederaufforstungsprojekte.

Doch unsere Winter sind kalt, die Sorte 'Rubra' blüht nicht. Deshalb erfreuen wir uns auch weiterhin an diesem flammenden Rot, welches zusammen mit Scheinhasel, Blumenhartriegel und Eisenhut den Herbst leuchten lässt. Und das Fehlen der silberfedrigen Blüten sollte niemand bedauern.

Altweibersommer: späte Blüten und üppige Früchte

In den warmen Spätsommerstrahlen reifen an vielen Sträuchern die Früchte: Weissdorn und Schwarzdorn sind reich behangen, an den Rosen leuchten die Hagebutten und im Trockenbiotop ist der Sanddorn voller orangener Früchte.

Noch immer blühen die Fuchsien: einige winterharte Sorte sind dieses Jahr so schön wie selten. An der warmen Südseite des Gewächshauses duften - besonders nachts - die Engelstrompeten. Auch viele Clematisarten und -sorten blühen noch in allen Farben. Am Eingang St. Jakob und bei der Villa blühen Silberkerzen (Actaea oder veraltet, aber noch üblich: Cimicifuga) die auch toll duften.

Besonders lohnenswert ist jetzt ein Besuch beim Farbhügel: die Astern fangen an zu blühen und bedecken schon jetzt das Beet mit tausenden von blauen Blüten - eine Augenweide!

Wer genau hinschaut entdeckt auch im schattigen Rhododendrontal jetzt einige Spezialitäten: das kletternde Tränende Herz (Dactylicapnos macrocapnos), winterharte Begonien (Begonia grandis), die Traubenlilie (Liriope muscari) oder als ganz besonders Highlight die filigrane Krötenlilie (Tricyrtis Hybride).

Astern "Wunder von Stäfa" (Aster x frikartii)
Astern "Wunder von Stäfa" (Aster x frikartii)
Schwarzdorn (Prunus spinosa)
Schwarzdorn (Prunus spinosa)
Krötenlilie (Tricyrtis)
Krötenlilie (Tricyrtis)
Winterharte Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Winterharte Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Kletterndes Tränendes Herz (Dicentra scandens)
Kletterndes Tränendes Herz (Dicentra scandens)

Dahlien und co.

Besonders empfehlenswert ist zurzeit die kleine aber feine Dahlien-Sammlung mit historischen Sorten im alten Bauerngarten. Auch zwei Wildarten sind dort vertreten.

Gleich in der Nähe, im Arzneipflanzengarten, zieht bereits seit einiger Zeit ein riesiges Exemplar des Blut-Weiderichs Bienen und Hummeln in Massen an. Ein paar Schritte weiter können die wunderschönen blauen Blüten eines Mönchspfeffers bewundert werden.

In der Clematis-Sammlung blühen einige kleinblütige Arten und Sorten.

Seit Monaten blühen bereits die Fuchsien, welche aber hier auch mal besondere Erwähnung finden sollen. Am üppigsten geht es natürlich auf der Fuchsientreppe zu und her. Hier ist auch ein Exemplar unserer Eigenzüchtung Fuchsia 'Brüglingen‘ zu sehen. Unterhalb der Treppe zeigen sich diverse winterharte Fuchsien von ihrer besten Seite.

Dahlie (Dahlia 'Weiss-Rosa-Gelbe von Trubschachen')
Dahlie (Dahlia 'Weiss-Rosa-Gelbe von Trubschachen')
Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
Fuchsie (Fuchsia 'Brüglingen')
Fuchsie (Fuchsia 'Brüglingen')
Winterharte Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Winterharte Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Pflanze des Monats

Kirengeshoma palmata

Die Wachsglocke wächst in feuchten Gebirgswäldern. Sie existiert an nur acht Standorten in Japan, China und Korea und steht unter Naturschutz. Im Garten ist sie robust und sehr langlebig, wenn ihre Bedürfnisse - feuchter, humoser, nicht zu alkalischer Boden im Halbschatten - erfüllt werden.

Als eine der wenigen Waldpflanzen blüht sie erst im Spätsommer. Diese Kugelknospen! Die wachsartigen Blütenblätter! Die Samen-kapseln ähneln dreihornigen Teufelchen. Doch allein schon das ahornartige Laub wäre ein Grund, sie zu pflanzen.

Der Name Kirengeshoma tönt kompliziert. Das ist er auch. Ki heisst “gelb“, Renge heisst “Lotosblüte“. Shoma (eigentlich shouma) besagt in diesem Fall gar nichts, die Schriftzeichen stehen nur da, um die richtige Aussprache zu bezeichnen. Das kommt uns spanisch, bei japanischen Namen aber häufig vor. Im Detail bezeichnet Shou ein Mass von etwa 1,8 Liter, ma heisst “Hanf“. Vor dem inneren Auge entsteht das Bild eines Hanfkorbs voll gelber Lotosblüten…

Die Realität aber ist, wie Realitäten das so an sich haben, viel prosaischer: Rengeshouma ist der japanische Name der Scheinanemone, einer Pflanze, die Sie im Rhododendrontal bewundern können. Ki-Rengeshoma bedeutet deshalb “gelbe scheinanemone“. Die beiden Pflanzen mögen recht verschieden sein, doch bei beiden schweben zarte Kugelknospen über dem Laub.

Von protzig bis zart - Für jeden Blütengeschmack etwas

In der Clematissammlung blühen viele Pflanzen aus der Viticella-Gruppe, sowie verschiedene andere Hybriden.

Die Kübelpflanzensammlung erfreut das Auge mit zahlreichen blühenden Pflanzen. So zum Beispiel viele Fuchsien-Hybriden auf der Fuchsientreppe, verschiedene Engelstrompeten hinter den Gewächshäusern und eine grosse Zahl an Hortensien (Hydrangea macrophylla) bei der Villa Merian.

Im Irishang können im Moment die bunten Blüten von vielen Hemerocallis-Hybriden und auch einiger Wildarten bewundert werden.

Blühende Schönheiten gibt es auch in Unter Brüglingen. So zum Beispiel Artischocken und Kardy beim Gemüse oder das schwarze Bilsenkraut bei den Arzneipflanzen. Die ersten Dahlien können ebenfalls bewundert werden.

Das Rhododendron-Tal wartet mit einigen schattenliebenden Blütenschönheiten auf: Scheinhortensien, Wachsglöckchen, Kletternder Fingerstrauch und viele Funkien gehören dazu.

Ein paar Gehölze blühen erst in dieser Jahreszeit: Ein schönes Exemplar einer Strauchkastanie bei der Villa Merian, Eine Blasenesche beim Irishang und Samthortensien beim Weg zu den Gewächshäusern sind besonders erwähnenswert.

Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Artischocke (Cynara scolymus)
Artischocke (Cynara scolymus)
Hortensien (Hydrangea macrophylla)
Hortensien (Hydrangea macrophylla)
Scheinhortensie (Deinanthe bifida)
Scheinhortensie (Deinanthe bifida)
Dahlie 'Rote von Winkel'
Dahlie 'Rote von Winkel'

Pflanze des Monats

Cichorium intybus

Sind Sie Feierabendgärtner oder schlafen Sie gerne aus? Dann sollten Sie die Wegwarte nicht in Ihren Garten pflanzen. Denn ihre hinreissenden Blüten machen vormittags Schwebfliegen, Bienen und Gärtner glücklich. Nachmittags ist dann von der ganzen Herrlichkeit nicht mehr viel übrig, bei Spätaufstehern ist sie als reizloses Gestrüpp verrufen.

Dabei ist sie als Chicorée oder Radiccio gesund und schmackhaft - zum Beispiel als bunter Sommersalat mit Blüten und Minze oder, mit Speck umwickelt, geschmort oder einfach mit einem Dip aus Joghurt, Zitrone, Salz und Knoblauch. Aus den gerösteten Wurzeln stellt man noch heute einen Kaffeeersatz her.

Die blauen Blüten der Wegwarte sollen laut einer Sage die blauen Augen einer Hofdame sein, die vergeblich am Wege auf die Rückkehr ihres untreuen Kreuzritters wartete. Damit wäre der Name der Wegwarte erklärt: Er war weg, sie wartete. Und seit damals nennt man naive Menschen blauäugig.

üppig und verspielt

Trotz einiger Trockenheitsprobleme gibt es viele tolle Blüten zu entdecken:

In der Clematissammlung blühen nun die unbekannten, eher unauffälligen glockenförmigen Wildarten. Z.B. C. texensis, C. glaucophylla und C. pitcheri
Auch die Staudenförmige C. integrifolia, sowie einige Hybriden davon sind jetzt schön anzusehen.

Unverzichtbare Partner der Clematis sind Kletterrosen. Ein besonders schönes Bild ergeben die Blüten von Rosa ‘Apple Blossom‘ und Clematis ‘Warszawska Nike‘.
Einige Schritte von der Clematissammlung entfernt können die Bodendeckerrosen ‘The Fairy‘ und ‘Snow Ballet‘ bewundert werden. Als ganz besonderer Leckerbissen bei der Rosenblüte präsentieren sich die alten Sorten Rosa ‘Souvenir d’Anne Frank‘ und Rosa ‘Maria Lisa‘ im alten Bauerngarten in Unter Brüglingen.

In Vorder Brüglingen zeigen sich einige Schönheiten in den Staudenrabatten. Sehr schön ist im Moment die Rabatte entlang des Weges vom Eingang St. Jakob, mit der Riesendistel (Eryngium giganteum) und der Silberhang hinter den Gewächshäusern mit verschiedensten Lavendelsorten und der weissblühenden schwarzen Königskerze.

Rose 'Apple Blossom' und Clematis 'Warszawska Nike'
Rose 'Apple Blossom' und Clematis 'Warszawska Nike'
Clematis texensis und C. viticella 'Betty Corning'
Clematis texensis und C. viticella 'Betty Corning'
Verbascum nigrum 'Album'
Verbascum nigrum 'Album'
Rose 'Souvenir d'Anne Frank'
Rose 'Souvenir d'Anne Frank'
Eryngium giganteum
Eryngium giganteum

Wonnemonat

Einige unserer beliebtesten Sammlungen zeigen sich im Moment von ihrer Schockoladeseite:


Irissammlung: Iria Barbata-Hybriden
Clematissammlung: Verschiedene Clematis montana und einige Grossblütige Clematis, sowie die ersten Kletterrosen
Pfingstrosensammlung: Verschiedene Strauch- und Staudenpfingstrosen

Ausserdem sind bei den Schmetterlingsblütlern einige schöne Blüten zu bewundern. So z.B. Lupinus Polyphyllus- Hybriden und Colutea x media. Direkt daneben steht in der Wiese ein besonders schönes altes Exemplar von einem Diptam. Das Hochplateau lohnt auch einen Abstecher wegen der vielen schönen Trockenwiesen.

Pfingstrosensammlung
Pfingstrosensammlung
Lupinus Polyphyllus-Hybride
Lupinus Polyphyllus-Hybride
Clematis montana 'Marjorie'
Clematis montana 'Marjorie'
Dictamnus albus
Dictamnus albus
Colutea x media
Colutea x media

Jetzt wird's üppig

Bei den Zwiebelpflanzen blüht folgendes:
Tulpen: Wildtulpen wie Tulipa tarda im Irishang, frühe Kultursorten an vielen Orten
Narzissen: Verschiedenste Arten und Sorten. Besonders schön in den Wiesen
Anemonen: Anemone nemorosa in den verrücktesten Sorten, zu finden in den Staudenrabatten bei der Villa Merian

Besondere Stauden:
Hundszahn in der Staudenrabatte hinter der Villa
Farne zeigen ihren schönen Austrieb im Rhododendron-Tal
Iris: Unter Anderem Iris bucharica, Iris magnifica, die ersten Iris aus der Barbata-Nana-Gruppe, Iris albicans
Und vieles mehr…

Besonders sehenswerte Gehölze:
Rhododendren in allen Formen und Farben
Peteria und Erbsenstrauch, beide bei den Schmetterlingsblütlern auf dem Hochplateau
Libanon Eiche auf dem Hochplateau
Judasbaum bei den Schmetterlingsblütlern
Felsenbirnen im Irishang
Weidenblättrige Birne im Silberhang hinter den Gewächshäusern
Sowie die betörend duftenden Schneebälle und Duftblüten vor der Villa Merian

Ausserdem:
Die frühesten Clematis erfreuen bereits das Auge. So z.B. C. jackmanii ‚Mme Baron-Veillard‘, C. macropetala, C. armandii, C. alpina ‘Frances Rivis’

Rhododendron-Tal
Rhododendron-Tal
Hundszahn (Erythronium 'Pagoda')
Hundszahn (Erythronium 'Pagoda')
Libanon-Eiche (Quercus libani)
Libanon-Eiche (Quercus libani)
Buchara-Schwertlilie (Iris bucharica)
Buchara-Schwertlilie (Iris bucharica)
Erbsenstrauch (Caragana arborescens)
Erbsenstrauch (Caragana arborescens)