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Efeu ganz Herausgeputzt

Der Gemeine Efeu (Hedera helix) hat eine besondere Eigenschaft: Er mutiert und verändert dadurch sein Aussehen. Das bedeutet, dass aus einer Pflanze plötzlich ein anders aussehender Trieb (wir nennen ihn Spross) wächst.  Wer genau hinschaut, kann solche aus der Reihe tanzenden Sprosse auch bei wild wachsendem Efeu entdecken.

Die Pflanzen in unserer Efeusammlung sind Sorten, die vom Gewöhnlichen Efeu abstammen. Auch sie neigen also zur Mutation. Deshalb werden sie zweimal im Jahr von mir auf «falsche Triebe» kontrolliert. Denn als botanischer Garten ist es uns ein Anliegen, unsere Pflanzen sortenecht zu präsenteren. Und das ist eine Aufgabe der Kustodin.

Nicht jede Mutation ist gleich offensichtlich. So kann es sein, dass der Unterschied nur in der Blattgrösse liegt oder in der Art, wie ein Blatt gekräuselt ist. Andererseits kann es auch vorkommen, dass eine rein grüne Sorte plötzlich Triebe mit panaschierten, also hell gefleckten Blättern bildet.  Oder aus einer Pflanze mit sternförmigen Blättern wachsen wieder rundliche, «normale» Efeublätter. Egal ob offensichtlich oder nicht, alle diese Störenfriede werden am Triebansatz aus der Pflanze rausgeschnitten.  Bei rund 70 Pflanzen dauert es eine ganze Weile, jeden Trieb einzeln zu begutachten. Wie beim Friseur bekommen die Pflanzen zum Schluss noch einen schönen Formschnitt.

Diese Prozedur findet nicht nur bei den Efeupflanzen beim Pavillon statt, sondern natürlich auch hinter den Kulissen. Im Gewächshaus gibt es von jeder Sorte mindestens ein weiteres Exemplar, die so genannte Mutterpflanze. Diese dient zum einen als Sicherungskopie, falls eine Pflanze in der Ausstellung ausfällt. Zum anderen schneiden wir von den Mutterpflanzen Stecklinge, denn wir ziehen die Pflanzen regelmässig neu an. Je älter nämlich eine Efeupflanze ist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Mutationen ausbildet.

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Bitte nicht berühren

Um die Ausbreitung des Japankäfers einzudämmen, wird auf der gesamten Brüglinger Ebene, auch in den Merian Gärten, ein dichtes Netz von Fallen aufgestellt. Diese Fallen enthalten einen Lockstoff und ein Insektizid, das die Käfer abtötet. Die Fallen werden vom Kanton Basel-Landschaft im Auftrag des Eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes (Bundesamt für Landwirtschaft) aufgestellt und betreut. Sie sind eine der offiziellen Massnahmen im Rahmen der Tilgungsstrategie zur Ausrottung des Japankäfers in der Region.

Der Japankäfer Popillia japonica ist ein invasiver Schädling, der ursprünglich aus Japan stammt. In Europa stellt er eine Bedrohung für die Landwirtschaft und die heimische Flora dar. Die Käfer und ihre Larven fressen eine Vielzahl von Pflanzen. Die Engerlinge schädigen vor allem Wiesen und Rasenflächen, die erwachsenen Käfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten.

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Kampfansage gegen die Ackerwinde

Diese Folie ist ein neuer Versuch, das Unkraut in der Irissammlung einzudämmen. Die Ackerwinde wächst hier nämlich so schnell, dass wir es kaum schaffen, sie weg zu jäten. Beim grossen Gartenumbau vor zwei Jahren haben wir sogar die Erde in den Beeten metertief ausgetauscht und eine unterirdische Unkrautsperre eingebaut - leider ohne den gewünschten Erfolg.

Jetzt testen wir vier verschiedene Ansätze nebeneinander: Einige Beete sind mit einer Folie aus Hanffasern abgedeckt. Darunter bekommt das Unkraut weniger Licht und kann nicht so gut wachsen. In anderen Beeten werden mit einem Abflammgerät aufkommende Pflänzchen erhitzt, so dass die Grünteile verdorren. In einem weiteren Abschnitt bedecken wir den Boden mit einer Schicht aus Mulch. Und viertens probieren wir aus, ob es hilft, den Boden nur zu hacken, statt zu jäten. Damit sind wir viel schneller und das Unkraut wird nach und nach geschwächt. Alle diese Methoden sind im biologischen Gartenbau zugelassen.

Die Versuche werden von unserem Team wissenschaftlich begleitet und sorgfältig dokumentiert. Am Ende der Sommersaison wird sich zeigen, welche Methoden am meisten Erfolg versprechen, so dass wir den Einsatz nächsten Frühling ausweiten können.

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Kontrolle und Reinigung der Nistkästen

In den Merian Gärten leben zwei grosse Kolonien von Mehlschwalben und Mauerseglern. Diese brüten in Nistkästen unter den Vordächern der grossen Scheunen. Alle vier Jahre kontrollieren und reinigen wir die Nistkästen. Da diese in rund sechs Metern Höhe hängen, reicht eine Leiter nicht – eine Hebebühne muss her!

Dieses Jahr war es wieder so weit. 102 Nisthilfen für Mehlschwalben und 35 Kästen für Mauersegler wurden von unserem Team auf Schäden überprüft. Sie reinigten auch die Kästen, und entfernten dabei Spatzennester, Eier, tote Vögel und Fremdkörper wie Plastik. Die Nester der Mauersegler bestehen aus Material, welches die Vögel in der Luft sammeln: Halme, Fasern, Haare und Blätter. Diese kleben sie mit Speichel zu einer flachen Schale zusammen.

Mauersegler und Mehlschwalben nisteten ursprünglich in Felsspalten und Baumhöhlen. Als Kulturfolger benutzen sie heute Hohlräume in Mauern und Dächern. Da solche Nischen in modernen Bauten meistens verschlossen werden, sind Nistkästen eine wichtige Alternative für die Tiere.

Die Ausstattung der Merian Gärten mit Nistkästen ist eins der wichtigen Fördermassnahmen innerhalb unserer Biodiversitätsstrategie. Ziel ist es, dass wir eine Vielfalt von verschiedenen Nistkästen an geeigneten Standorten in den gesamten Gärten anbieten und diese auch regelmässig warten. Seit einigen Jahren bauen wir das Angebot aus: zusätzlich zu den bestehenden Kästen für höhlenbrütende Vogelarten konnten wir zahlreiche neue Kästen ausbringen – aktuell sind es insgesamt rund 220 Nisthilfen für unterschiedliche Vogelarten. So gibt es heute Nisthilfen für Halbhöhlenbrüter wie Hausrotschwanz und Bachstelze, Kästen für Turmfalken, Schleiereule und Waldkauz, Nistrinden für Baumläufer und Kästen für Wasseramseln – in einem wurde bei der diesjährigen Kontrolle erstmals ein Nest gefunden.