Wir teilen unsere Iris

Wir halten unsere Irissammlung fit, indem wir die Pflanzen teilen. Diesen Sommer sind es rund 300 Sorten, die so verjüngt werden. Überzählige Rhizome geben wir in den Verkauf – eine schöne Gelegenheit für Gartenliebhaber:innen, ein Stück Gartenkultur in den eigenen Garten zu holen.
Bartiris bilden unterirdische Sprossachsen, die Rhizome. Diese breiten sich horizontal an der Bodenoberfläche aus. Jährlich gibt es Zuwachs, wobei die Iris immer nur aus den neuesten, äussersten Stücken Blätter und Blüten ausbilden. Die Mitte der Horste wird kahl und bildet keine Blüten mehr aus. Auch wachsen die Einzelpflanzen mit der Zeit so dicht zusammen, dass nicht mehr gut zu erkennen ist, welche Rhizome zu welcher Sorte gehören.
Deshalb graben wir alle fünf Jahre unsere Irispflanzen aus, kürzen die Rhizome und pflanzen sie neu ein. Diese Arbeit machen wir nicht auf einmal, sondern teilen sie über mehrere Jahre auf – jedes Jahr bearbeiten wir einen Teil der Sammlung.
Rhizome teilen, Sorten erhalten
Iris wachsen aus Rhizomen, die knapp unter der Erde liegen, ähnlich wie Ingwer. Jedes Jahr bildet die Pflanze ein neues Stück Rhizom, aus dem Blätter und Blüte wachsen. Ein Rhizomstück blüht nur einmal.
Beim Teilen nehmen wir die Iris aus dem Boden, entfernen alte Rhizomstücke und setzen pro Sorte etwa fünf bis sechs gesunde, junge Rhizome wieder ein. Das regt neues Wachstum an und verhindert, dass die Iris-Horste in der Mitte verkahlen. Gleichzeitig bleiben die Horste kompakt und wachsen nicht ineinander – wichtig, damit sich die Sorten nicht vermischen und wir sie weiterhin eindeutig unterscheiden können.
Der beste Zeitpunkt für diese Arbeit ist nach der Blüte im Spätsommer. Dieses Jahr verjüngen wir so 300 Sorten; bei so vielen Iris dauert die Umpflanzung mehrere Wochen. Das Zierpflanzenteam wird dabei von Freiwilligen unterstützt.
Iris-Tausch als Erhaltungsarbeit
Die übrigen Rhizome gelangen entweder in den Verkauf oder werden im Rahmen verschiedener Erhaltungsprojekte weitergegeben. Dabei teilen wir ausgewählte Sorten mit anderen Institutionen, zum Beispiel mit der Historic Iris Preservation Society oder Pro Specie Rara. So können seltene historische Sorten an mehreren Standorten weiterwachsen und ihre Kulturgeschichte auch ausserhalb der Merian Gärten erzählen.
Die Iris-Sammlung der Merian Gärten
Mit rund 1500 Sorten zählt die Irissammlung der Merian Gärten zu den bedeutenden Sammlungen von Bartiris in Europa. Sie veranschaulicht die grosse Leistung berühmter Züchter:innen und zeigt, wie sich Gartenkultur und Modetrends im Laufe der Zeit verändert haben.
Die Merian Gärten pflegen diese Sammlung mit dem Ziel, sie langfristig zu erhalten. Viele Sorten sind historisch bedeutsam und heute im Handel nicht mehr erhältlich.
Iris-Verkauf
Juli & August 2026
Beginn am 27. Juli
Wo:
Auf dem Hofplatz neben der Iris-Sammlung
Wann:
Täglich zu Garten-Öffnungszeiten
Preis:
CHF 10 pro Portion (ca. 3-5 Rhizome)
Zahlung TWINT oder bar
Es ist immer nur eine kleine Auswahl an Sorten gleichzeitig im Verkauf, denn wir bieten das an, was wir gerade teilen.
Der Verkauf dauert an, bis wir alle 300 Sorten umgepflanzt haben.
