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Pflanze des Monats

Japanische Wollmispel
Eriobotrya japonica

Seit über tausend Jahren wird sie schon in Japan genutzt, doch ursprünglich stammt die Japanische Wollmispel aus dem südöstlichen China. Inzwischen findet man sie fast in den gesamten Subtropen, wo sie als Obstbaum angepflanzt wird. Bei uns benötigt sie einen windgeschützten, sonnigen Standort und ist dann oft erstaunlich winterhart, wird aber meistens im Gewächshaus überwintert.

Das dunkelgrüne, stark gerunzelte Laub, der breite Wuchs und der von silberweiss zu rötlich wechselnde Neuaustrieb machen sie zu einer ausdrucksstarken Erscheinung. Im Herbst erscheinen weissliche Blüten mit zartem Duft, welche bedauerlicherweise oft durch Frost zerstört werden. Deshalb kann man nur selten eigene Früchte ernten.

Die gute Nachricht: Es gibt sie im Handel! Man bekommt sie unter so verschiedenen Namen wie Nespoli, Nisperos, Misteln (was nicht ganz richtig ist, da sie mit den eigentlichen Misteln nur entfernt verwandt sind) oder – konserviert - als Loquat. Sie schmecken süsssauer und irgendwie apfelig. Eines dieser wie auch immer benamsten Früchtchen, eingelegt in einem Glas Calvados, stilecht serviert mit Zahnstocher, ergibt das Frankfurter Kultgetränk ‘Mistelchen‘.

Standort: In einem Kübel vor der Neuen Scheune

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Pflanze des Monats

Schlehdorn, Schwarzdorn
Prunus spinosa

Saure Früchte, die einem das ganze Gesicht zusammenziehen. Undurchdringliches Dornendickicht, worin sich zweifelhafte Geschöpfe wie Ameisensackkäfer, Scheibenböcke, Dickleibspanner, Neuntöter, Nierenflecken oder Wollafter tummeln. Dazu muntere Ausläuferbildung: Nein, sowas würde sich niemand freiwillig in den Garten holen!

…oder vielleicht doch? Sehr früh schon treibt der Schlehdorn Tausende weisser Blüten und ernährt unzählige Bestäuber. Über hundert Arten von Schmetterlingsraupen können von seinem Laub leben, Singvögel schätzen die dornigen Zweige als sicheren Nistplatz. Sogar die sauren Früchte entpuppen sich zu Konfitüre, Pickles oder Likör, wenn man mit der Ernte den ersten Frost abwartet.

Der Schlehdorn wächst fast überall, am schönsten wird er bei freiem Stand. Seine Ansprüche? Irgendein Boden, Sonne oder Halbschatten - und etwas weniger Celsius als im vergangenen Sommer. 2026 war nämlich das erste Jahr, in dem unsere Schlehen aufgrund der Hitze schon im August ihr Laub verloren haben. Die blauen Früchte wirken jetzt dafür umso schöner.

Standort: In den Wildhecken im Nordgarten

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Pflanze des Monats

Riesen-Pfeifenwinde, Grosse Osterluzei
Aristolochia gigantea

Was sich manche Gewächse so anhören müssen: «...totaaal langweilig. Eine Kletterpflanze halt, grün... aber was... huch!  Da hängt was Komisches drin. Verwelktes Blatt? Tote Fledermaus? Jessasnein, das sind ja Blüten!» Und was für welche! Ein grosses, bräunliches, flattriges Etwas mit einer gelben Öffnung, welche durch einen engen Gang in eine ballonartige Schwellung führt.

Dieses Konstrukt heisst Kesselfalle. Kleine Fliegen und Käfer werden durch den Duft angezogen, zwängen sich hinein und werden von nach innen gerichteten Haaren festgehalten. Viele Pflanzen nutzen solche Blüten, um die Gefangenen zu verdauen, doch der Riesen-Pfeifenwinde geht es nur um Bestäubung. Sobald die Blüten befruchtet sind, welken die Haare und entlassen die pollenbeladenen Insekten in die Freiheit (oder in die nächste Kesselfalle, je nach Gusto).

Die Ansprüche dieser wunderschönen Kletterpflanze sind leider nicht einfach erfüllt: Sie wünscht viel Platz (sie kann bis zu zehn Meter hoch werden), viel Wasser und vor allem viel Wärme. Natürlich auch im Winter, vorzugsweise im hellen Gewächshaus. Wenn sie dazu vor Zugluft bewahrt wird, ist sie glücklich. Wenn nur nicht diese abschätzigen Sprüche wären!

Standort: Im Vorder Brüglingen vor der Berrischeune

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Neu: Private Führungen im Arzneipflanzengarten

Wir haben unser Angebot erweitert: Neu können Gruppen Kamille, Schlafmohn und viele weitere faszinierende Arzneipflanzen auch im Rahmen einer privaten Führung erkunden.

Seit der Wiedereröffnung im Juni gedeihen hier rund 250 verschiedene Pflanzen, die Arzneimittel liefern.  Manche sind seit Jahrhunderten als Heilmittel bekannt, andere Gegenstand aktueller Forschung. Auf unserer neuen Führung folgen wir den Weg von der Pflanze zur Medizin und zeigen, was Mädesüss mit Aspirin zu tun hat oder warum Wacholder einst Dämonen vertreiben sollte.

Mehr Infos über Kosten und Buchungsbedingungen hier:   

Private Führungen
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Literaturstar Helen Macdonald zu Gast in den Merian Gärten

Einen solchen Literaturstar haben die Merian Gärten nicht alle Tage zu Gast! Mit dem Buch «H wie Habicht» wurde Helen Macdonald weltweit bekannt und prägte die moderne Naturliteratur. Von September bis November ist sie als «Writer in Residence» von Atelier Mondial und dem Literaturhaus Basel zu Gast in Basel.

Schon im Sommer 2025 hat uns Helen Macdonald besucht und im Gewächshaus gelesen. Die Begeisterung von Macdonald für die Merian Gärten war so gross, dass damals die Idee zu einer weiteren Veranstaltung entstand. Dieses mal entführt uns Helen Macdonald nicht durch Worte in die Natur, sondern ist mit den Besucher:innen draussen unterwegs. 

«Federlesen» am 15. September in den Merian Gärten

Auf einem Spaziergang durch die Merian Gärten gewährt Helen Macdonald Einblicke in ihre Gedankenwelt. Ausgehend von ihren Büchern spricht sie über Natur, Literatur und ihre grosse Begeisterung für Vögel. Helen Macdonald besitzt ein besonderes Gespür für das, was anderen in der Natur oft verborgen bleibt. Was sie unterwegs entdeckt, wird zum Ausgangspunkt für Gespräche über die Natur und unseren Blick auf sie.

Beim anschliessenden Apero gibt es die Gelegenheit, mit Helen Macdonald ins Gespräch zu kommen.

Federlesen in den Merian Gärten mit Helen Macdonald
15. September, 18 Uhr 

Tickets jetzt buchen

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Begrenzte Platzzahl. Keine Abendkasse.

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Jetzt aktuell

Was blüht?

Infolge der langanhaltenden Hitze und Trockenheit fällt die Blüte aktuell etwas weniger üppig aus als in anderen Jahren zur gleichen Jahreszeit.

Nichtsdestotrotz beginnt nun die Zeit der Astern und Herbstanemonen, zu sehen gleich an mehreren Orten in Vorder Brüglingen: Beispielsweise Eurybia divaricata ‘Tradescant’, Doellingeria umbellata (beides früher Gattung Aster) oder Aster ageratoides ‘Nana’ und bei den Anemonen Sorten wie ‘Prinz Heinrich’ oder ‘Honorine Jobert’.

Ausserdem halten auch einige Clematis die Blüten-Stellung. Besonders schön zeigen sich gerade Clematis songarica, Clematis ‘Paul Farges’ (=SUMMER SNOW) und Clematis ‘Roguchi’.

Daneben ebenfalls sehenswert:

  • Weisser Federmohn (Macleaya cordata) unterhalb des Pächterhauses
  • Der Farbhügel neben dem Pächterhaus: hier blühen jetzt das Hohe Pfeifengras ‘Windspiel’ (Molinia arundinacea), Strandflieder (Limonium platyphyllum) und Präriegras (Schizachyrium scoparium) in Sorten
  • Strauchiges Hasenohr (Bupleurum fruticosum) umschwärmt von Insekten im Eichenhügel
  • Allium ‘Millenium’, ein schöner Zier-Lauch bei den Pfingstrosen
  • Einige spätblühende Taglilien (Hemerocallis) sowie Sonnenbräute (Helenium) in der Serpentine beim Eingang St. Jakob
  • Zahlreiche Kübelpflanzen hinter der Neuen Scheune
  • Verschiedene Gräser bei der Irissammlung
Herbstanemone ‘Honorine Jobert’ und Weisse Waldaster
Herbstanemone ‘Honorine Jobert’ und Weisse Waldaster
Allium 'Millenium'
Allium 'Millenium'

Hemerocallis multiflora und Rudbeckia fulgida ‘Goldsturm’

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Zivi gesucht!

Wir suchen einen Zivi, der im Team Naturbildung bei unseren Schulkursen anpackt. Der Einsatz ist abwechslungsreich: Unterstützung beim Unterricht, Bereitstellen und Aufräumen von Material, sowie Pflegearbeiten im Garten und kleine Reparaturen.

Wir suchen einen Zivildienstleistenden
ab dem 28. September 2026 oder nach Vereinbarung 
für einen langen Einsatz von 180 Tagen.

Wer Freude hat an der Arbeit mit Kindern, Interesse an der Natur, und gerne draussen ist, ist bei uns richtig! Wir erwarten Zuverlässigkeit und eine sorgfältige Arbeitsweise.

Wir bieten ein herzliches Team, in dem Zivildienstleistende aktiv mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und wertvolle Einblicke in die Naturbildung erhalten.
Zum Stelleninserat
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Pflanze des Monats

Echter Bergfenchel
Seseli montanum

Der Echte Bergfenchel wächst in Südwest-Europa, in der Schweiz kommt er nur in der Ajoie wild vor. In Deutschland ist er vom Aussterben bedroht. Am ehesten findet man ihn in warmen Lagen in kalkhaltigem Trockenrasen…

…oder in den Gärten! In den letzten Jahren haben Staudengärtnereien diese hübsche Pflanze entdeckt: Der Bergfenchel bleibt kompakt und wuchert nicht, versamt sich aber gerne. Er verträgt Hitze sowie Trockenheit und eignet sich für Balkone und kleine Gärten. Über dem filigranen Laub stehen den ganzen Sommer lang zarte weisse Dolden, die sich im Verblühen rötlich färben.

Wie alle Doldenblütler sind die Blüten bei vielen Bestäuberinsekten beliebt, da der Nektar nicht in langen Röhren versteckt ist, sondern - wie auf dem Tablett präsentiert - offen daliegt. Hummeln, Bienen, Wespen, Fliegen, Käfer und Dutzende Schwebfliegenarten erfreuen sich am Bergfenchel. Und hoffentlich auch Sie!

Standort: Im Nordgarten in den Beeten der Helleborussammlung

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Wir teilen unsere Iris

Wir halten unsere Irissammlung fit, indem wir die Pflanzen teilen. Diesen Sommer sind es rund 300 Sorten, die so verjüngt werden. Überzählige Rhizome geben wir in den Verkauf – eine schöne Gelegenheit für Gartenliebhaber:innen, ein Stück Gartenkultur in den eigenen Garten zu holen.

Bartiris bilden unterirdische Sprossachsen, die Rhizome. Diese breiten sich horizontal an der Bodenoberfläche aus. Jährlich gibt es Zuwachs, wobei die Iris immer nur aus den neuesten, äussersten Stücken Blätter und Blüten ausbilden. Die Mitte der Horste wird kahl und bildet keine Blüten mehr aus. Auch wachsen die Einzelpflanzen mit der Zeit so dicht zusammen, dass nicht mehr gut zu erkennen ist, welche Rhizome zu welcher Sorte gehören.

Deshalb graben wir alle fünf Jahre unsere Irispflanzen aus, kürzen die Rhizome und pflanzen sie neu ein. Diese Arbeit machen wir nicht auf einmal, sondern teilen sie über mehrere Jahre auf – jedes Jahr bearbeiten wir einen Teil der Sammlung.

Rhizome teilen, Sorten erhalten

Iris wachsen aus Rhizomen, die knapp unter der Erde liegen, ähnlich wie Ingwer. Jedes Jahr bildet die Pflanze ein neues Stück Rhizom, aus dem Blätter und Blüte wachsen. Ein Rhizomstück blüht nur einmal.

Beim Teilen nehmen wir die Iris aus dem Boden, entfernen alte Rhizomstücke und setzen pro Sorte etwa fünf bis sechs gesunde, junge Rhizome wieder ein. Das regt neues Wachstum an und verhindert, dass die Iris-Horste in der Mitte verkahlen. Gleichzeitig bleiben die Horste kompakt und wachsen nicht ineinander – wichtig, damit sich die Sorten nicht vermischen und wir sie weiterhin eindeutig unterscheiden können.

Der beste Zeitpunkt für diese Arbeit ist nach der Blüte im Spätsommer. Dieses Jahr verjüngen wir so 300 Sorten; bei so vielen Iris dauert die Umpflanzung mehrere Wochen. Das Zierpflanzenteam wird dabei von Freiwilligen unterstützt.

Iris-Tausch als Erhaltungsarbeit

Die übrigen Rhizome gelangen entweder in den Verkauf oder werden im Rahmen verschiedener Erhaltungsprojekte weitergegeben. Dabei teilen wir ausgewählte Sorten mit anderen Institutionen, zum Beispiel mit der Historic Iris Preservation Society oder Pro Specie Rara. So können seltene historische Sorten an mehreren Standorten weiterwachsen und ihre Kulturgeschichte auch ausserhalb der Merian Gärten erzählen.

Die Iris-Sammlung der Merian Gärten

Mit rund 1500 Sorten zählt die Irissammlung der Merian Gärten zu den bedeutenden Sammlungen von Bartiris in Europa. Sie veranschaulicht die grosse Leistung berühmter Züchter:innen und zeigt, wie sich Gartenkultur und Modetrends im Laufe der Zeit verändert haben.

Die Merian Gärten pflegen diese Sammlung mit dem Ziel, sie langfristig zu erhalten. Viele Sorten sind historisch bedeutsam und heute im Handel nicht mehr erhältlich.

Mehr über die Iris-Sammlung

Iris-Verkauf

Juli bis September 2026

Beginn am 27. Juli 

Wo:
Auf dem Hofplatz neben der Iris-Sammlung

Wann:
Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr

Preis:
CHF 10 pro Portion (ca. 3-5 Rhizome)
Zahlung TWINT oder bar

Es ist immer nur eine kleine Auswahl an Sorten gleichzeitig im Verkauf, denn wir bieten das an, was wir gerade teilen.

Der Verkauf dauert an, bis wir alle 300 Sorten umgepflanzt haben.

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Pflanze des Monats

Schildblatt-Uncarina
Uncarina peltata

Es war einmal, in der guten alten Zeit, ein Kontinent namens Pangaea. Er war der schönste Kontinent auf der ganzen Welt, was vielleicht auch daran lag, dass er der einzige war. Es herrschte Frieden und Einigkeit und wäre immer so weitergegangen… wenn nicht die Tektonik in bösartiger Absicht begonnen hätte, diesen wunderschönen Kontinent zu zerreissen. Zuerst subtil – ein Meeresarm hier, ein Taleinschnitt dort – und dann brutal: Grosse Landmassen wurden abgerissen und trieben als Bruchstücke auseinander. Eine Scherbe, die später Indien heissen sollte, klammerte sich noch lange ans zukünftige Ostafrika, wurde dann aber doch abgerissen und machte sich auf, um dereinst mit dem späteren Asien zu kollidieren. Nach einiger Zeit brach ein Stück davon ab und blieb in den Weiten des Ozeans zurück.

Das ist jetzt neunzig Millionen Jahre her. Auf dem einsamen Bruchstück hat sich durch lange Isolation eine eigene Welt entwickelt mit Tieren und Pflanzen, welche sonst nirgends auf der Welt vorkommen. Und noch sind nicht alle entdeckt!

Die Schildblatt-Uncarina ist ein Beispiel der eigenartigen Pflanzenwelt Madagaskars (so heisst das Bruchstück mittlerweile). Sie hat einen leicht sukkulenten Stamm, schildförmiges Laub und (wenn das mit der komplizierten Befruchtung klappen sollte) eigenartige Früchte mit klettenartigen Haken, welche sich an allem festkrallen, was sich bewegt. Das Auffälligste aber sind die Blüten: gross, perfekt und wunderschön… wie einst Pangaea.

Standort: In der Kübelpflanzenwelt zwischen Neuer Scheune und Pavillon